Pressemitteilung
Gemeinsam gegen die Kürzungen im sozialen Bereich
Die geplanten Kürzungen im sozialen Bereich bedrohen die soziale Infrastruktur der Stadt in ihrem Kern - mit drastischen Folgen für die Menschen, die auf soziale Unterstützung angewiesen sind, und für diejenigen, die sie tagtäglich leisten. Deshalb rufen wir, der Arbeitskreis kritische Soziale Arbeit, Gewerkschaften, Hochschulgruppen und freie Träger aus dem sozialen Bereich am 20. November um 17 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Orleansplatz auf.
Schon jetzt ist die Lage im sozialen Bereich in der Stadt München prekär - Leistungen werden gestrichen, Wartezeiten, u.a. für die Bearbeitung von Anträgen wachsen ins Unermessliche. Gleichzeitig können Fachkräfte ihrer Arbeit in vielen Fällen nicht mehr ausreichend nachkommen: Eine chronische Überlastung und ein zunehmender Rechtfertigungsdruck sind längst Realität und mittlerweile so extrem, dass nicht mal mehr der Kinderschutz ausreichend gewährleistet werden kann.
Trotzdem soll weiter gespart werden. Die Konsequenz: Viele Einrichtungen sehen sich gezwungen, Stellen abzubauen oder nicht mehr nachzubesetzen – während die Stadt die Kostensteigerungen durch Tariferhöhungen nicht mehr ausgleicht.
„Unseren sozialarbeiterischen Auftrag können wir oft gar nicht mehr erfüllen“, so Cäcilia Schwarz vom AKS. „Wir sind unterbesetzt, überlastet – und müssen täglich Prioritäten setzen, die niemand verantworten möchte.“
Soziale Arbeit schafft Chancen, Teilhabe und Gerechtigkeit – für Kinder, Jugendliche, Familien, Senior*innen, Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen, Geflüchtete oder wohnungslose Menschen. Themen, die alle betreffen. Wer hier kürzt, spart am Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Der Haushaltsplan soll im Dezember verabschiedet werden. Wie die Kürzungen konkret umgesetzt werden sollen, bleibt bisher intransparent. Das führt zu einer großen Unsicherheit. Das Problem geht über die Münchner Stadtgrenzen hinaus. In ganz Deutschland wird massiv im sozialen Bereich gekürzt.
„Unsere Städte und Gemeinden dürfen nicht länger die Zeche für politische Versäumnisse zahlen – wir brauchen endlich eine faire Finanzierung der kommunalen Aufgaben“ so Claudia Weber, Geschäftsführerin ver.di Bezirk München.
Weil wir das nicht so hinnehmen wollen, rufen wir alle Kolleg*innen aus dem sozialen Bereich und alle, die sich mit uns solidarisieren möchten zu einer Kundgebung am 20. November um 17 Uhr auf dem Orleansplatz auf.
Wir fordern die Stadträtinnen und Stadträte auf: Stimmen Sie gegen den Kürzungshaushalt.


Kontakt für Rückfragen / Interviewanfragen:
Cäcilia Schwarz und Roberto Lingnau-Beissel

