WEBVTT

00:00:01.240 --> 00:00:03.000
Guten Abend, es ist zehn Uhr. 

00:00:03.240 --> 00:00:04.240
Willkommen bei „Nieuwsuur“.

00:00:04.240 --> 00:00:06.000
Heute abend:

00:00:06.240 --> 00:00:11.000
Das deutsche Unternehmen Biotronik 
ignoriert seit Jahren Meldungen
über fehlerhafte Herzimplantate.

00:00:11.000 --> 00:00:14.000
Herzpatienten erleiden unnötige Schocks.

00:00:15.000 --> 00:00:19.000
Ich saß ganz ruhig da und 
plötzlich bekam ich einen Stromschlag.

00:00:19.000 --> 00:00:24.000
Das wiederholte sich über eine 
halbe Stunde lang. Dutzende Male.

00:00:25.000 --> 00:00:27.000
Warum greift die Aufsichtsbehörde nicht ein?

00:00:28.000 --> 00:00:36.000
Kardiologen auf der ganzen Welt weisen schon seit
zehn Jahren auf Probleme mit Herzimplantaten
des Herstellers Biotronik hin.

00:00:36.000 --> 00:00:39.000
Herzpatienten erleiden manchmal unnötige Schocks. 

00:00:39.000 --> 00:00:43.000
Dennoch haben weder der Hersteller noch die 
Aufsichtsbehörde bisher eingegriffen.

00:00:43.000 --> 00:00:48.000
Das geht aus Untersuchungen von Investico,
dem Niederländischen Magazin für Medizin 
und Nieuwsuur hervor.

00:00:48.240 --> 00:00:52.000
In den Niederlanden erhielten über
viertausend Menschen diese Implantate, 

00:00:52.000 --> 00:00:56.000
mindestens tausend niederländische
Herzpatienten laufen noch damit herum.

00:00:59.000 --> 00:01:03.000
Ein ICD soll schwere Herzrhythmus-
störungen bei Patienten beheben. 

00:01:03.240 --> 00:01:08.240
Es besteht aus einem kleinen Gerät,
in dem sich eine Batterie und eine
Menge Computersoftware befinden. 

00:01:09.000 --> 00:01:13.000
In den Niederlanden tragen fast 60.000
Menschen ein solches Herzimplantat. 

00:01:13.000 --> 00:01:17.000
Und dieses Gerät kann bei einem 
drohenden Herzstillstand eingreifen.

00:01:17.240 --> 00:01:21.240
Dazu gibt es einen Draht, an dem hier 
eine Art Metallstreifen angebracht ist,

00:01:21.240 --> 00:01:24.240
mit dem an das Herz ein Stromstoß
abgegeben werden kann, wenn es
wirklich aus dem Takt gerät.

00:01:25.000 --> 00:01:30.000
Manchmal geben die Defibrillatoren aber
auch dann Schocks ab, wenn es gar nicht
nötig ist, wie bei diesem Patienten.

00:01:31.000 --> 00:01:35.000
Ich saß ganz ruhig da und 
plötzlich bekam ich einen Stromschlag.

00:01:35.000 --> 00:01:40.000
Das wiederholte sich über eine 
halbe Stunde lang. Dutzende Male.

00:01:41.000 --> 00:01:46.000
Er möchte unerkannt bleiben, weil er 
die Beziehung zu seinen Ärzten 
nicht gestört sehen will.

00:01:47.000 --> 00:01:54.000
Es ist ein unbeschreiblicher 
Schmerz. Als würde eine Bombe
in der Brust explodieren.

00:01:54.000 --> 00:01:58.000
Dieser Schlag wird auch immer heftiger. 
Und du denkst: Das kann nicht gut ausgehen.

00:01:59.000 --> 00:02:04.000
Ein Hilfsmittel, das Leben retten kann, 
wird so selbst zur Quelle von Sorgen.

00:02:04.000 --> 00:02:07.240
Die Erklärung: Kabel, die reißen 
oder auf andere Weise beschädigt werden. 

00:02:08.240 --> 00:02:13.000
Es entsteht eine Art Rauschen, wodurch 
es zu Störungen im Signal kommen kann. 

00:02:13.000 --> 00:02:16.240 
Der ICD geht dann von einer Rhythmus-
störung aus und gibt einen Schock ab. 

00:02:16.240 --> 00:02:20.000 
Und wenn dieser Zustand anhält, 
kann es zu weiteren Schocks kommen.

00:02:20.240 --> 00:02:25.000 
Da die Implantate jahrelang im Körper 
bleiben, können die Kabel mit 
der Zeit kaputtgehen. 

00:02:25.000 --> 00:02:31.000 
Besonders häufig tritt dies jedoch bei den
sogenannten Linox-Kabeln des deutschen 
Herstellers Biotronik auf.

00:02:33.000 --> 00:02:37.000 
Erstmals vor gut zehn Jahren fiel das 
Ärzten und Forschern im In- und Ausland auf. 

00:02:37.000 --> 00:02:39.240 
Wir sprachen mit vierzehn von ihnen.

00:02:40.000 --> 00:02:46.000 
Im Jahr 2015 hatte ich eine besonders 
einprägsame Patientin, die über 50 unnötige 
Schocks von ihrem Gerät erhalten hatte, 

00:02:46.000 --> 00:02:49.000 
und wir konnten auf dem 
Röntgenbild tatsächlich sehen, 

00:02:49.000 --> 00:02:55.000 
dass die Isolierung abgenutzt war und Drähte 
dort herausragten, wo sie nicht hingehörten. 

00:02:55.000 --> 00:02:57.000 
Das war dann ein eindeutiges Anzeichen.

00:02:58.000 --> 00:03:00.000 
Dann habe ich natürlich Untersuchungen angestellt 

00:03:00.000 --> 00:03:05.000 
und dieses Linux-Modell mit anderen 
handelsüblichen Modellen verglichen, 

00:03:05.000 --> 00:03:09.000 
und dabei festgestellt, dass die Bruchrate 
bei diesem Kabel deutlich höher war, 

00:03:09.000 --> 00:03:10.000 
als bei den anderen.

00:03:11.000 --> 00:03:15.000 
Nach fünf Jahren waren bereits 
acht Prozent der Kabel ausgefallen 

00:03:15.000 --> 00:03:19.000 
und nach sieben Jahren 
sogar fünfzehn Prozent...

00:03:19.000 --> 00:03:25.000 
und das ist doch viel mehr, 
als man von einem guten Kabel bei einem
Defibrillator erwarten und wünschen würde.

00:03:26.000 --> 00:03:30.000 
Ich habe den Fall dann auf einer 
australischen Konferenz vorgestellt. 

00:03:30.000 --> 00:03:34.000 
Auf dieser Konferenz kamen dann 
alle auf mich zu und sagten: 

00:03:34.000 --> 00:03:36.000 
„Oh ja, das ist mir auch aufgefallen, 
und das ist mir auch aufgefallen.“

00:03:37.000 --> 00:03:41.000 
Aber bei weitem nicht alle Kardio-
-logen sind darüber informiert. 

00:03:41.000 --> 00:03:44.000 
Informationen über die Probleme 
werden nirgendwo zentral erfasst.

00:03:44.240 --> 00:03:47.000 
Zumindest in Australien haben wir jetzt 
informell eine WhatsApp-Gruppe, 

00:03:47.000 --> 00:03:49.000 
und das ist das Beste, das wir haben.

00:03:50.000 --> 00:03:55.000 
Was es allerdings gibt, ist 
eine unvollständige Datenbank 
der amerikanischen Aufsichtsbehörde.

00:03:55.000 --> 00:03:57.240 
Dort finden wir fast tausend 
Meldungen von Ärzten über 

00:03:57.240 --> 00:04:00.000 
ungerechtfertigte Schocks 
durch defekte Elektroden. 

00:04:01.000 --> 00:04:06.000  
In allen Fällen bestreitet Biotronik, 
dass etwas mit der Konstruktion 
des Kabels nicht stimmt.

00:04:07.000 --> 00:04:11.000  
Nun, eine solche Reaktion kommt mir sehr bekannt vor, 
denn das ist im Allgemeinen oft die erste Reaktion

eines Unternehmens bei einer möglichen Fehlfunktion medizinischer Technik. In Harderwijk auf tausend.
Deutet das Problem darauf hin, dass es nicht an dir liegt? Das kann sein. Das kann eigentlich nicht sein.
Warum haben wir das gesagt? Weil ihr uns nichts erzählt habt und uns das nicht gefallen hat, weil es so
aussah, als wäre es nicht transparent.

Auch bei Biotronik werden die Probleme nicht anerkannt, erzählt ein ehemaliger Mitarbeiter, der dort jahrelang gearbeitet hat.

Wo ich arbeite, haben wir viele dieser Elektroden eingesetzt. Der ehemalige Mitarbeiter ist nach wie vor
in der Branche tätig und möchte anonym bleiben. Es war eine Frage, die zurückgewiesen wurde. Wir
hatten Beweise dafür, dass es kein Problem gab. Es sind dieselben Beweise, mit denen wir Kunden
zufriedenstellten.

Diese Beweise basieren auf Studien, bei denen Patienten nicht länger als fünf Jahre beobachtet werden. Die
meisten Probleme treten jedoch erst danach auf. Mitarbeiter erhalten die Anweisung, darüber nicht zu
sprechen, wie aus internen Dokumenten hervorgeht, die uns vorliegen.
Gehen Sie nicht proaktiv eine Diskussion über die langfristige Leistungsfähigkeit unserer Linux-Strategie
ein. Wenn ein Produkt nicht richtig funktioniert, liegt es in der Verantwortung des Herstellers, einzugreifen.
Diese müssen maximal transparent sein. Sie müssen abwägen, ob sie beispielsweise eine Rückrufaktion
durchführen oder eine Warnung herausgeben. Eine Sicherheitswarnung? Die hätte meiner Meinung nach
unbedingt herausgegeben werden müssen, das war doch das Mindeste.
Nun, wenn so viele Probleme auftreten, erwartet man doch eine Warnung. Ja.
Wenn ein Hersteller eine solche Warnung herausgibt, werden Ärzte und Patienten weltweit über die Risiken
informiert. Aber Biotronik hält das nicht für notwendig.
Wir bewerten die Leistung unserer Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus. Für die Linux-Drähte
gibt es keine Gründe für eine Sicherheitswarnung.
Aber Biotronik sagt: Es gibt eigentlich kein Problem. Und dann haben wir noch die Aufsichtsbehörden. Ja.
Und wo sind die Aufsichtsbehörden dann?Diese Aufsichtsbehörde ist die Aufsichtsbehörde für Gesundheit und Jugend. Dort muss Biotronik Probleme
mit den Drähten melden. Die Aufsichtsbehörde muss dann darauf achten, dass das Unternehmen bei Risiken
eingreift, sagt Professorin für Gesundheitsrecht Corette Ploem.
Die Aufsichtsbehörde ist für die Qualität der Gesundheitsversorgung zuständig. Das bedeutet also auch die
Sicherheit dieser Drähte. In einer Stellungnahme teilt uns die Aufsichtsbehörde mit:
Aufgrund der Informationen von Biotronik sehen wir keinen Grund anzunehmen, dass die Drähte weniger
gut funktionieren als vergleichbare Drähte.
Zahlen, die dies belegen, liefert die Aufsichtsbehörde nicht.
Dann kann man meiner Meinung nach nicht mit solcher Sicherheit sagen, dass es kein Problem ist oder dass
es gar nicht so schlimm ist. Das vermittelt nicht
den Eindruck, dass eine gründliche Untersuchung durchgeführt wurde. Es ist keine beruhigende Botschaft
für Patienten, die davon betroffen sind.
An meinem Tisch sitzt Fleur Dammers. Fleur, es ist natürlich sehr unangenehm und schmerzhaft, diese
unnötigen Stromstöße zu spüren, aber birgt das nun auch wirklich Gesundheitsrisiken?
Was mir von den Gesprächen mit Patienten, die das erlebt haben, wirklich im Gedächtnis geblieben ist, sind
vor allem die psychischen Folgen. Der Mann, den wir im Video gesehen haben, brauchte jahrelang Therapie,
damit er sich nicht so sehr erschreckte, wenn eine Tür zuschlug oder Geräusche aus einem Film kamen.
Nachts hatte er Phantomschocks, also Schocks, die keine echten physischen Schocks waren, aber der ganze
Körper glaubt, dass es welche sind, und reagiert darauf. Über die körperlichen Schäden ist etwas weniger
bekannt als über die psychischen. Aber wir wissen zum Beispiel aus einer Studie, dass es... Ein 19-jähriger
junger Mann in Brasilien lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen durch solche Schocks davongetragen
hat. Und näher an unserer Heimat kann man sich das auch vorstellen: Stell dir vor, du sitzt im Auto,
dass man innerhalb einer halben Stunde vierzig solcher Schocks abbekommt. Ja, das kann natürlich auch
schiefgehen, also ist es in diesem Sinne wirklich gefährlich. Die Aufsichtsbehörde muss die Aufsicht
führen, tut dies aber nicht proaktiv. Sie warten auf Meldungen von diesem Unternehmen, ist das nicht
seltsam?
Ja, meine Kollegen von Investico, mit denen ich diese Untersuchung durchgeführt habe, und ich selbst
haben uns darüber auch ein wenig gewundert: Wie kommt das eigentlich? Ich denke, es zeigt vor allem, dass
das System in Europa so aufgebaut ist, dass der Hersteller das Sagen hat. Wenn es um die Sicherheit seines
eigenen Produkts geht
, ist das vielleicht etwas merkwürdig, denn sie verdienen ja auch Geld damit.
Aber die Aufsichtsbehörde bestätigt das auch, wenn wir danach fragen. Der Hersteller steht an erster Stelle.
Wir haben der Aufsichtsbehörde natürlich weitere Fragen gestellt und auch kritische Studien vorgelegt, aus
denen diese Probleme hervorgehen.
Die Aufsichtsbehörde kontaktiert dann den Hersteller, nicht die Forscher oder die Ärzte. Und das zeigt
vielleicht auch, dass die Hauptrolle im System tatsächlich beim Hersteller liegt. Und wenn dieser nicht
eingreift, kann das also so weiterbestehen.
Wie werden nun Menschen, die ein solches Implantat haben, über die Risiken informiert? Dazu haben Sie
auch etwas erstellt, schauen wir mal.In den Niederlanden gibt es derzeit noch gut tausend Patienten mit den Risikodrähten von Biotronik.
Werden diese Menschen darüber informiert?
Fragen wir bei der Niederländischen Gesellschaft für Kardiologie nach.
Wir haben gesagt, dass wir das nicht tun. Wir haben sehr lange darüber nachgedacht und darüber
gesprochen, denn es ist eine ziemlich schwierige Entscheidung, denn einerseits möchte man den Patienten
natürlich eigentlich... So viel wie möglich erzählen? Andererseits muss man sich bewusst machen, dass es
sich um Patienten mit einer schweren Herzerkrankung handelt. Wir möchten, dass sie so viel Vertrauen wie
möglich behalten können.
mit ihrem Gerät ein möglichst normales Leben führen können.
Über tausend Menschen wissen also nicht, dass sie ein erhöhtes Risiko für defekte ICD-Elektroden haben.
Ich finde, dass diese Patienten ein Recht auf Klarheit haben. Und das ist eigentlich ganz einfach, oder? Denn
wie würdest du selbst dazu stehen? Einen Defibrillator mit solchen Elektroden zu haben. Dann
würden Sie auch informiert werden wollen?
Das Entfernen der Elektroden ist nicht ohne Risiko. Daher lautet die Empfehlung, den ICD dieser Patienten
ständig im Auge zu behalten. Das Wichtigste ist, dass man die Menschen gut überwacht.
Und nicht nur einmal alle sechs Monate, sondern eigentlich jeden Tag. Das ist mit der Heimüberwachung
möglich.
Das ist das kleine Gerät, das der Patient zu Hause hat oder mitnehmen kann. Damit kann der Arzt die Daten
auslesen. Und so sehen wir, was passiert. Und wenn es Probleme gibt, erkennen wir das.
Die Elektroden können dann abgeschaltet werden, noch bevor sie ungerechtfertigte Schocks abgeben.
Zufällig hatten wir letzte Woche oder in der Woche davor noch zwei Patienten mit einem Problem, und das
erkennen wir dann rechtzeitig.
Darum geht es doch schließlich. Man möchte doch verhindern, dass jemand sechzig Schocks bekommt?
Das ist, als würde man sechzig Mal mit den Fingern in die Steckdose greifen. Das ist nicht angenehm. Um
es vorsichtig auszudrücken: schrecklich.
Vor gut zehn Jahren empfahl die Kardiologiegesellschaft bereits, Patienten mit den Elektroden von
Biotronik besonders genau zu beobachten.
Damals haben wir alle ICD-Kardiologen in den Niederlanden informiert. Achtung! Dieser Draht hat oft
noch einiges vor sich. Dann eben so. Unser Rat lautet: Beobachten Sie diese Menschen genau.
Aber diese Botschaft kommt nicht überall an. Jahre später hatte dieser Patient immer noch keine
Heimüberwachung. Die kam erst, nachdem er Dutzende ungerechtfertigter Schocks erhalten hatte.
Der Kredit-Touring-Tresor? Es ist eigentlich in dem Moment, als... Coffee Donkeys Halton. Filmea gran
altura.
. I am Wissen Sie jetzt, wie viele Menschen tatsächlich überwacht werden?
Soweit uns derzeit bekannt ist, wird die überwiegende Mehrheit der Patienten zu Hause überwacht. Wann
genau jedes Krankenhaus damit begonnen hat, weiß ich wirklich nicht. Aberes dauert seine Zeit. 
Von der Abgabe einer Empfehlung bis zur tatsächlichen Umsetzung in der Praxis. Das ist. Mein Freund
Die Kardiologiegesellschaft muss streng darauf achten, dass die Heimüberwachung in allen Fällen
angeboten wird, findet der Experte für Patientensicherheit Jan Klein.

Und das muss von der Niederländischen Gesellschaft für Kardiologie so klar wie möglich organisiert
werden. Dann kann man das dort... Auch als Gesellschaft anschließend überprüfen. Dann hat man es
gesichert.
Aber die Kardiologiegesellschaft sieht das nicht als ihre Aufgabe an. Die Gewährleistung der Versorgung
ist nicht das, was wir als Gesellschaft tun. Und wir sind nicht die Aufsichtsbehörde. Das ist die
Aufsichtsbehörde im Gesundheitssystem.
Ich denke, dass mehrere Parteien hier die Verantwortung weitergereicht haben, und das sehe ich schon
ziemlich früh. Sie ist deshalb in den meisten Fällen zu Hause noch durch sehr strenge Monitore überwacht?
Ja, dann finde ich, dass... Oh, Miko.
Ja, sie betonen zwar, dass die meisten Menschen mit diesen Elektroden zu Hause überwacht werden. Wir
haben auch alle Krankenhäuser befragt, und die sagen das ebenfalls. Aber die Kardiologen sagen auch, und
das zu Recht, dass Patienten das ablehnen können. Manche Menschen wollen nicht, wenn sie zum Beispiel
am Strand in Frankreich liegen, auch dieses Gerät mitnehmen und ständig Patient sein. Können Sie sich das
vielleicht vorstellen?
Aber die Frage ist dann natürlich: Was ist, wenn man nicht weiß, dass man eine Risikoleitung mit erhöhtem
Risiko hat? Wie kann man dann entscheiden, ob man diese Überwachung will oder nicht?
Wir haben uns also auch mit der Patientenvereinigung „Hartpatiënten Nederland“ in Verbindung gesetzt.
Zehntausende Menschen werden von dieser Vereinigung vertreten. Und ja, sie finden keine guten Worte
dafür, dass Patienten hierüber nicht informiert wurden. Sie sagen, das sei sehr schädlich für das Vertrauen
der Patienten in ihre Ärzte. Ja, jetzt weiß jeder Bescheid, diese Geschichte.
Hat das nun Konsequenzen für das Unternehmen Biotronic? Wird die Aufsichtsbehörde nun eingreifen?
Nun, die Aufsichtsbehörde hat monatelang gesagt, dass sie eigentlich keinen Grund zur Sorge sähe. Heute
Nachmittag erhielten wir dann doch plötzlich eine Nachricht, eigentlich kurz vor der Sendung. Und dann
sagten sie uns, dass sie doch Kontakt zu Biotronic aufnehmen werden, zu dem betreffenden Hersteller, um
zu prüfen, ob dieser die Sicherheit auch wirklich gewährleistet, und zur Aufsichtsbehörde in Deutschland.
Denn Biotronic, der Hauptsitz, befindet sich in Berlin. Also ja, es gab doch eine unerwartete Wendung ganz
am Ende der Geschichte. Nach monatelanger Untersuchung. Ich kann mir auch vorstellen, dass Menschen,
die heute Abend zuschauen und Herzpatienten sind und möglicherweise auch ein solches Implantat haben...
Besorgt sind, was sollen sie tun? Ich denke, es ist sehr wichtig, wirklich zu betonen, dass es sich um eine
kleine Gruppe von Patienten handelt. Also etwa tausend Menschen mit den Linox-Elektroden von Biotronic.
Also nicht die ICDs von Biotronic, die Geräte, nicht die Elektroden einer anderen Marke, sondern nur die
Linox-Elektroden von Biotronic. In den Niederlanden gibt es 60.000 Menschen mit einem ICD. Es geht um
tausend Menschen.
Menschen mit einem Herzschrittmacher müssen sich überhaupt keine Sorgen wegen dieser Sache machen.
Falls Sie dennoch denken: „Ich weiß nicht, ob ich zu dieser Gruppe von etwa tausend gehöre“.
Jeder Patient erhält eine Karte, auf der die Marken der medizinischen Produkte vermerkt sind, die Sie haben.
Auch in der Online-Akte, die wir alle haben, der Patientenakte,diese oft finden. 

Die Kardiologiegesellschaft teilt uns heute außerdem mit, dass, falls Menschen dennoch
Zweifel oder Fragen haben,
dass die Empfehlung lautet, sich an den eigenen Kardiologen oder das eigene Krankenhaus zu wenden.
Vielen Dank, Fleur Dama, für deinen Bericht. Klar.
Noch etwas anderes. Wer der allererste Ebola-Patient war, wissen wir noch nicht. Wohl aber, dass der erste
